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Als Schwäbin lege ich natürlich auch viel Wert auf gutes Essen.
Wenn ich Zeit habe, koche ich sehr gerne, und dann selbstverständlich
meine Lieblingsrezepte wie zum Beispiel schwäbische Maultaschen.
Maultaschen
Man weicht die in feine Scheiben geschnittenen Brötchen ein, drückt
sie gut aus und zerzupft sie. Den Spinat lässt man im siedenden Wasser
einige Male aufwallen, schreckt ihn mit kaltem Wasser ab, drückt
ihn gut aus und wiegt ihn fein zusammen mit Peterling und Schnittlauch.
Dieses Gemenge vermischt man mit den Eiern und dem Fleisch und würzt
gut. Die Fülle wird nun in gleichmäßigen Häufchen
aufgetragen, die andere Teighälfte darübergeschlagen und in
den Zwischenräumen fest angedrückt. Mit dem Rand eines dicken
Porzellantellers teilt man den Teig in Quadrate, die man mit einem Messer
abtrennt. Nun werden die Maultaschen in kochendem Salzwasser 10-12 Minuten
gesotten. Man nimmt sie dann mit dem Schaumlöffel heraus, gibt sie
in eine gut abgeschmeckte Fleischbrühe und überstreut das Ganze
mit Schnittlauch.
Zur Fülle: 6 Wecken, 500g Spinat, eine Handvoll Petersilie, ein Büschelchen
Schnittlauch, 3 Eier, 250g Bratwurstbrät oder kleingehacktes Siedfleisch,
375g gemischtes Hackfleisch, Salz, Muskat, Fleischbrühe.
Geschmälzte Maultaschen
Die Maultaschen werden aus der Brühe genommen und Zwiebelringe, die
in Fett braun gebraten wurden, mit dem flüssigen Fett darübergegeben.
Dazu gibt's Kartoffel- oder gemischten Salat
Geröstete Maultaschen
Die erkalteten Maultaschen schneidet man in Streifen, röstet sie
in heißer Butter, verrührt die Eier mit Salz und verteilt sie
über die Maultaschen. Wenn die Maultaschen eine Art Eierkuchen bilden
sollen, werden sie nicht umgedreht, sondern man lässt nur die Eier
stocken.
100g Butter, 3 Eier, Salz und eine Pfanne voll Maultaschen
Vegetarische Maultaschen
Den Spinat roh hacken, mit Zwiebel und Petersilie in Butter dämpfen,
den gekochten Reis, Salz und Muskat zufügen.
Die Maultaschen nach dem Garkochen abtropfen lassen, auf eine erwärmte
Platte legen, lagenweise je 1 Esslöffel geriebenen Käse überstreuen,
mit brauner Butter beträufeln oder geröstete Zwiebeln obenauf
geben.
Füllung: 20g Butter, je 1 Esslöffel gewiegte Zwiebel und Petersilie,
500g Spinat, 200g gekochter Reis, je 1 Prise Salz, Pfeffer, Muskat.
Rosenbowle
Man entblättere sieben bis zehn voll erblühte, duftende
Rosen und gieße Weißwein darauf, am besten ein Silvaner aus
Rheinhessen. Dann gebe man ein wenig Muskatblüte und eine Spirale
von einer Zitronenschale hinzu und kühle das Ganze. Dann die Bowle
drei Stunden im Ansatz stehen lassen. Nun nehme man ein Haarsieb, so dass
die Rosenblätter zurückbleiben. Mit einer weiteren Flasche Wein
und einer Flasche Champagner auffüllen, abschmecken, mit Honig süßen
und fertig ist die Rosenbowle.
Dazu benötigt man:
- 7-10 voll erblühte Rosen
- 2 Flaschen Silvaner
- 1/2 Stange Zimt
- Muskatblüte
- Zitronenschalen-Spirale
- 1 Flasche Champagner
- wenig Honig
Hurgelesbohnen
Die Bohnen werden über Nacht eingeweicht. Am anderen Tag werden sie
mit kochendem Wasser ohne Salz aufgestellt, weichgekocht und abgeseiht.
Die feingewiegte Zwiebel und Petersilie werden im Fett gedämpft,
mit Mehl bestäubt und mit dem Kochwasser der Bohnen abgelöscht.
Man gibt die Bohnen hinein, salzt und pfeffert ein wenig und kocht sie
gut durch. Wer's mag, gibt etwas Essig dran.
Zutaten:
- 375 g weiße Bohnen
- 1 Zwiebel
- 2 Esslöffel Petersilie
- 40 g Fett
- 30 g Mehl
- Salz und Pfeffer
- evtl. Essig
Apfelküchle
500 g Äpfel, 2 Esslöffel Zucker, 1 Glas Kirschwasser.
Backteig: 125 g Mehl, 1/8 Liter Weißwein oder Bier,
3 Eiweiß, 1 Teelöffel Öl.
Zum Backen: Schmalz oder sonst ein Fett
Zum Bestreuen: Zimt und Zucker
Die ganzen Äpfel werden geschält, mit dem Ausstecher entkernt
und zu Rädchen geschnitten.
Die Apfelscheiben bestreut man mit Zucker, übergießt sie mit
Kirschwasser und lässt sie eine halbe Stunde stehen.
Aus den übrigen Zutaten rührt man einen glatten, dickflüssigen
Teig, zieht den Eischnee darunter und tunkt die Äpfelrädchen
hinein.
Im heißen Fett backen, abtropfen lassen und mit Zimt und Zucker
bestreuen.
Geschmälzte Brotsupp’
125 g altbackene Schwarzbrotreste, Salz, Muskat,
ca. 1 1/2 Liter Wasser.
Zum Schmälzen: 50 g Butter oder
6 Esslöffel saurer Rahm.
Man gibt die Brotreste in strudelndes Salzwasser und kocht sie solange,
bis sie breiig sind, treibt sie durch ein Sieb, kocht sie noch einmal
auf, würzt und schmälzt die Suppe mit brauner Butter oder zieht
sie mit saurem Rahm ab.
Nackete Dampfnudeln
500 g Mehl, 20 g Hefe, knapp 1/4 Liter lauwarme Milch,
80 g Butter oder Margarine, 2 Eier, 50 g Zucker, 1 Prise Salz, nach Geschmack
feinverwiegte Zitronenschale.
Zum Aufziehen: etwa 1/4 Liter Milch, 30 g Butter,
1 Esslöffel Zucker, 1 Prise Salz.
Man macht einen Vorteig wie bei allen Hefeteigen, deckt ihn mit einem
Tuch zu und stellt ihm zum Gehen in die Wärme. Dann gibt man die
übrigen Zutaten darunter, schlägt den Teig gut durch und lässt
ihn wieder zugedeckt etwas gehen, nimmt ihn auf das bemehlte Nudelbrett,
formt kleine Laibchen aus dem Teig und stellt sie an einen warmen Platz.
Mittlerweile setzt man in einer gut schließenden flachen Kachel
Milch, Butter, Zucker und Salz aufs Feuer, setzt die Dampfnudeln nahe
zusammen in die siedende Milch, so dass sie zur Hälfte herausschauen,
deckt fest zu und lässt bei mäßiger Hitze die Milch in
etwa 15-20 Minuten einkochen, ohne dazwischen den Deckel abzunehmen. Sobald
es in der Kachel zu knistern beginnt, sind die Nudeln fertig. Sind sie
wohlgeraten, müssen sie oben weiß und weich sein und unten
eine schöne gelbe Karamelkruste haben. Man sticht sie mit dem Backschäufelchen
heraus und serviert sie mit Vanillesoße.
Gaisburger Marsch
300 g in Schnitze geschnittene Kartoffeln, 1 ½ Liter Fleischbrühe
mit Fleisch, 400 g Spätzle, Salz, Muskat.
Zur Schmälze: 30 g Butter, 1 Zwiebel.
In der Fleischbrühe kocht man die Kartoffelschnitze weich, gibt die
Spätzle und das würfelig geschnittene Siedfleisch dazu und schmeckt
mit Salz und Muskat ab. Man lässt alles zusammen aufkochen und schmälzt
mit in Butter goldgelb gerösteten Zwiebelringen.
Grießauflauf
Auf 125 g Grießmehl kommt 1 Liter Milch, 60 g Butter,
6 Eier, 100 g Zucker, Zitronenschale.
Das Grießmehl wird in die siedende Milch gerührt und so lange
gekocht, bis es ein dicker Brei ist, der sich von der Pfanne schält;
nun wird er zum Erkalten auf eine Platte gestrichen, die Butter leicht
gerührt, Eigelb und Zucker eine Zeit lang (15 Minuten) mitgerührt,
der Brei, ehe er ganz kalt ist, unter diese Masse gemengt, das Weiße
der Eier zu Schnee geschlagen und langsam nebst dem Abgeriebenen einer
halben Zitrone unter die Masse gerührt, ausgefüllt und einige
Stückchen Butter darauf gelegt, damit die Kruste gut schmeckt und
nicht zu spröde wird.
Sauce von Hagebutten oder Hägenmark
1/2 Liter gereinigte Hagebutten werden mit ebensoviel Wasser und Wein
weichgekocht und dann durch den Sieb getrieben. Sodann wird 1 Löffel
Mehl in 1 Löffel Butter gelb gedünstet, die Hägensauce
daran geschüttet, mit Zimt und Zitrone gewürzt und genügend
Zucker, auch noch etwas Wein dazu genommen und durchgekocht.
Wird Hägenmark verwendet, so rührt 1 Tasse Mark und
1 Löffel Mehl mit 1 Glas Wasser glatt an, gibt 1/2 Liter Wein, Zucker,
ganzen Zimt und Zitronenschale hinzu und lässt die Sauce einige Mal
aufkochen, rührt dabei beständig und gibt rasch noch 1/4 Liter
Wein zu.
Holderküchle
Holunderblüten am Stiel, Zucker.
Zum Teig: 250 g Mehl, 2 Eier, 1/2 Liter Milch, 1 Prise Salz, Backfett.
Zarte Holunderblütenbüschelchen werden in kaltem Wasser geschwenkt,
auf eine Serviette zum Abtrocknen gelegt und dann leicht mit Zucker bestreut.
Die Zutaten rührt man zu einem glatten Teig, in den man die Sträußchen
eintaucht. Schwimmend im heißen Fett werden sie rösch gebacken,
mit Zucker bestreut und warm gegessen.
Saurer Käs
2 Brühwürste aus frischem Fleisch, 2 Blutwürste (auch „schwarze
Würste“ genannt), 200-250 g Schweizer Käse,
2-3 Zwiebeln, je ein Schuss Öl und Essig, 1 Teelöffel Senf,
Salz und Pfeffer nach Geschmack.
Die Würste und der Käse werden zu feinen Würfeln geschnitten
und mit den zu Ringen geschnittenen Zwiebeln vermengt. Aus Öl, Essig
und dem Senf rührt man unter Beigabe von wenig Salz und Pfeffer eine
Salatsoße, die über die Wurst- und Käsewürfel gegeben
wird. Am besten lässt man den sauren Käs ein wenig ziehen, dann
schmeckt er einfach besser. Ideal ist es, ihn am Abend vor dem Verzehr
zuzubereiten.
Saure Kartoffelrädle
1 kg Kartoffeln, 30 g Fett, 50 g Mehl, 1 Esslöffel geschnittene Zwiebeln,
3/4 Liter Wasser, 1 Prise Salz, 3 Esslöffel Essig, nach Belieben
1 Nelke, 2 Lorbeerblätter, etwas Liebstöckel.
Die Kartoffeln kochen und in Scheiben schneiden. Aus dem Fett, Mehl und
Zwiebeln eine Einbrenne herstellen, die mit Wasser und den anderen Zutaten
aufgefüllt wird und anschließend noch 25 Minuten durchkochen
muss. Nachdem das Lorbeerblatt und die Nelken herausgenommen sind, werden
die warmen Kartoffelscheiben beigefügt und noch kurze Zeit gekocht.
Dazu passen Saitenwürstle oder Rote Würste. Es soll auch Schwaben
geben, die zu diesem Gericht noch Spätzle servieren, aber das ist
nicht die Regel.
Saure Kutteln
5 mittlere Zwiebeln, 100 g Fett, 800 g gekochte und in feine Streifen
geschnittene Kutteln, Tomatenmark, etwas Mehl, 1/2 bis 3/4 Liter Rotwein,
1 Lorbeerblatt,
4 Wacholderbeeren, etwas Zitronenschale, Brühe, Salz, Pfeffer.
Zuerst die Zwiebeln in heißem Fett andünsten, dann die geschnittenen
Kutteln dazugeben und mit anrösten. Nach einigen Minuten Bratzeit
etwas Tomatenmark hinzufügen und Farbe nehmen lassen. Nun das ganze
mit Mehl bestäuben und mit Rotwein ablöschen. Das Lorbeerblatt
und die Wacholderbeeren zugeben, etwas abgeriebene Zitronenschale beifügen
und etwa - je nach Weichheit der Kutteln –
1/2 bis 3/4 Stunde in der fertigen Soße ziehen lassen. Dann mit
etwas Brühe auffüllen und abschmecken.
Nur so viel auffüllen, dass ein goulaschartiges Gericht entsteht.
Dazu Röstkartoffeln und grünen Salat reichen.
Saure Leber
500 g Rinds- oder Kalbsleber, Milch, 1 Zwiebel,
50 g Butter, 40 g Mehl, Bouillon, Essig, Salz, Paprika oder Pfeffer.
Man legt die Leber kurz in kalte Milch, trocknet sie, häutet sie
und schneidet sie in längliche Streifen. Die feingewiegte Zwiebel
dämpft man in heißer Butter und legt die Leberstreifen darauf.
Wenn sie sich grau verfärben, stäubt man sie mit Mehl ein und
wendet sie einige Male um. Nach leichter Bräunung gießt man
ein wenig Bouillon und Essig daran und dämpft die Leber in 8 –
10 Minuten in der Sauce weich. Man würzt mit Salz, etwas Paprika
oder Pfeffer.
Leberspatzen
500 g feingehackte Rinds- oder Kalbsleber, 6 altbackene Wecken, gut 1/4
Liter Milch, je 2 Esslöffel gehackte Zwiebeln und Petersilie, 20
g Fett, 3 Eier, 3 Esslöffel Weckmehl, Salz, Pfeffer, Muskat, Majoran.
Zum Schmälzen:
1 Esslöffel Butter, 1 Esslöffel Weckmehl.
Die mit dem Reibeisen abgerindete Wecken schneidet man in Würfelchen,
überbrüht sie mit so viel siedender Milch, wie sie aufschlucken
und zerstampft sie. Die Zwiebeln und Petersilie dämpft man in Fett
weich, mischt sie mit der Leber, mit den eingeweichten Wecken und den
übrigen Zutaten gut untereinander. Mit einem Esslöffel sticht
man erst einen eiförmigen Probekloß heraus und gibt ihn für
8 – 10 Minuten ins kochende Salzwasser. Hält er gut zusammen,
legt man die Spatzen nacheinander ein, andernfalls sorgt etwas zusätzliches
Weckmehl für die richtige Bindung. Man schmälzt die Leberspatzen
mit in Butter geröstetem Weckmehl und isst sie zu Sauerkraut oder
Kartoffelsalat.
Linsen und Spätzle
400 g Linsen, mehrere kleine Zwiebeln, 200 g magerer gerauchter Bauchspeck,
40 g Schweineschmalz, 40 g Mehl, Salz, Pfeffer, 2 Paar Saitenwürstle.
Die Linsen waschen und über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Dann
mit angeschwitzten Zwiebeln und dem Stück Bauchspeck in heißes
ungesalzenes Wasser geben und weichkochen. Inzwischen aus Fett und Mehl
eine braune Mehlschwitze machen. Damit die fertigen Linsen binden und
mit Salz und Pfeffer abschmecken. Der nicht zu weich gekochte Speck wird
in Scheiben geschnitten und zusammen mit den heißen Saitenwürstle
auf die angerichteten Linsen gelegt.
Als weitere Beilage serviert man Spätzle.
Luckeleskäs
250 g Quark, 1 Messerspitze Kümmel, Salz, 1 feingehackte Zwiebel,
je 1 Esslöffel gehackte Petersilie und Schnittlauch.
Den Quark treibt man durch ein Sieb und rührt die übrigen Zutaten
darunter. Schmeckt besonders gut zu derbem Bauernbrot aus dem Holzofen
oder zu Pellkartoffeln.
Metzelsuppe
Eine in Streifen geschnittene Zwiebel,
30 g Schweineschmalz, 1 1/2 Liter Wasser (besser Brühe),
2 Leberwürste, 2 Blutwürste, je 1 Prise Salz, Pfeffer und Muskat,
1 Teelöffel Majoran, 4 Scheiben Bauernbrot in kleine Würfel
geschnitten, 1 Esslöffel Schnittlauch.
Die Zwiebel im Schmalz anbräunen, mit der Brühe oder dem Wasser
auffüllen. Nun die Würste vom Darm befreien, in die Flüssigkeit
geben und das Ganze aufkochen lassen. Mit je einer Prise Salz, Pfeffer
und Muskat sowie einem Teelöffeln Majoran abschmecken und noch ca.
5 Minuten weiterköcheln lassen. Die Brotwürfel rösten und
mit dem feingeschnittenen Schnittlauch dazugeben.
Saure Schweinenierle
250 g Schweinenieren, 30 g Butter, je 1 Prise Salz und Pfeffer, 1/3 Tasse
Bratensoße, 1 guter Schuss Essig,
1 Zwiebel, 2 Gewürzgurken.
Die Nieren nach dem Wässern in Scheiben schneiden und in gut heißem
Fett in der Pfanne kurz anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen und
mit der Bratensoße ablöschen. Essig nach Geschmack hinzugeben.
Nun die in Scheiben geschnittene Zwiebel rösten und diese über
die Nieren geben; die Gewürzgurken ebenfalls in Scheiben schneiden
und das Ganze damit garnieren.
Dazu reicht man Spätzle und Salat.
Ofenschlupfer
6 altbackene Milchbrötchen, 6 saftige Äpfel, Zimt,
50 g Rosinen, 3 Eier, 1/2 bis 3/4 Liter Milch, 2 Esslöffel
Zucker, Brösel, Butterflöckchen.
Die Milchbrötchen schneidet man in Scheiben und belegt damit den
Boden einer gefetteten Auflaufform. Darauf kommt eine Lage geschälte,
entkernte Apfelscheiben, die man mit Zimt und Rosinen bestreut, dann wieder
Weckschnitten, Äpfel und so fort, bis alles aufgebraucht ist, die
letzte Schicht bilden Weckenscheiben. Dann zerquirlt man die Eier in der
Milch, gibt Zucker dazu und übergießt den Auflauf damit, belegt
ihn mit Bröseln und Butterflöckchen und bäckt ihn bei guter
Hitze etwa 1 Stunde.
Heiß oder kalt servieren.
Pitzauf
250 g Mehl, 1/2 Liter Milch, 4 Eier, 1 Teelöffel Salz,
30 g zerlassene Butter, Fett für die Pfitzaufmodel, Zucker.
Man rührt die Zutaten gut untereinander, gibt zuletzt die zerlassene
Butter darunter und füllt mit dem Teig 10 – 15 gut gefettete
Pfitzaufmodel (kleine Auflaufförmchen)zur Hälfte. Etwa 30 Minuten
wird bei guter Hitze gebacken, dann stürzt man die Pfitzauf aus den
Förmchen und bestreut sie mit Zucker.
Riebelsuppe
Auf 150 g Mehl kommt 1 Ei. Das Mehl nimmt man in eine gut glasierte Schüssel
und tröpfelt unter beständigem Rühren mit einem Blechlöffel
das verklöpperte Ei nach und nach hinein. Dabei ist zu beachten,
dass der Löffel die Riebeln immer am Rande der Schüssel gleichsam
durchschneidet. Ist das Ei verbraucht, so schafft man auf diese Weise
noch so lange fort, bis die Riebeln fein und nicht mehr mehlig sind. Sie
werden hernach in siedendes Salzwasser gerührt, einmal aufgekocht
und mit heißer Butter, in der einige zurückbehaltene Riebeln
geröstet wurden, abgeschmälzt. Von dem Ei und der angegebenen
Quantität Mehl kann auch ein recht fester Teig gemacht und derselbe
auf einem Reibeisen gerieben werden. Die auf diese Weise gewonnenen Riebeln
müssen aber auf einem Brett abgetrocknet werden.
Sauerkraut
1 kg Sauerkraut, 2 – 3 Tassen Wasser, 2 Äpfel, 1 rohe Kartoffel,
Salz, einige Wacholderbeeren, 1 Zwiebel,
50 g Schweineschmalz oder Gänsefett, 500 g Schweinefleisch oder Rauchfleisch,
1 Glas Weißwein oder Most, kann auch ein Glas Sekt sein.
Das Kraut wird auseinandergezupft und in etwas siedendem Wasser mit den
geschälten geschnitzelten Äpfeln, der geriebenen rohen Kartoffel,
Salz und Wacholderbeeren aufs Feuer gesetzt. Die feingeschnittene Zwiebel
röstet man im Fett gelblich und rührt sie gut unter das Kraut.
Nach einer Stunde steckt man das Fleisch ins Kraut und lässt es noch
eine weitere Stunde dämpfen. Zum Abschluss gibt man Weißwein,
Most oder Sekt ans Kraut.
Schlachtbraten
1 1/2 kg Lendenbraten, 60 g geräucherter fetter Speck,
60 g Butter, 1 Zwiebel, 1 Petersilienwurzel, 1 gelbe Rübe (Karotte),
Salz, Pfeffer, 1 Esslöffel Mehl, 1 Messerspitze Zucker, Wasser oder
Brühe zum Ablöschen, 1/8 Liter Rotwein, 1/4 Liter saurer Rahm,
1 Zitronenscheibe, 1 halbierte Tomate.
Das Fleisch wird mit schmalen Speckstreifen gespickt, mit dem kleingeschnittenen
Wurzelwerk in der heißen Butter rundum angebraten, gesalzen und
gepfeffert. Wenn es hellbraun ist, röstet man Mehl und Zucker zu
lichtbrauner Farbe mit, löscht mit Brühe ab, gießt mit
Rotwein und Sauerrahm auf und fügt Zitronenscheibe und Tomate bei.
Man schiebt die Bratkachel offen in den Ofen und lässt den Braten
unter fleißigem Begießen weichschmoren. Man seiht die Sauce
durch und schneidet das Fleisch in Scheiben.
Schaltung: 200 – 220 Grad, Bratdauer: 3/4 – 1 Stunde.
Schneckennudeln
500 g Mehl, 35 g Hefe, 100 g Butter oder Margarine (oder hälftig
Schweineschmalz), 60 g Zucker, 1/2 Teelöffel Salz, geriebene Schale
einer halben Zitrone, 1 – 2 Eier, etwa 1/4 Liter Milch.
60 g zerlassene Butter, 2 Esslöffel Zucker, 1 Teelöffel Zimt,
100 g Sultaninen, 1 – 2 Eigelb.
Aus allen Zutaten zum Teig, jedoch nur der Hälfte der Butter einen
Hefeteig zubereiten. Gut gehen lassen,
1/2 Stunde kühlstellen, dann die restliche Butter mit etwas Mehl
verknetet wie bei Blätterteig in 3 – 4 Touren einwellen. Auf
bemehltem Backblech einen 25 cm breiten Streifen ausrollen, mit zerlassener
Butter bestreichen, Zucker, Zimt, Sultaninen daraufstreuen und den Teig
der Länge nach aufrollen. 2 cm hohe Stücke abschneiden, mit
der Schnittfläche nach unten auf gefettetes Blech setzen. Nach dem
Aufgehen mit Eigelb bepinseln. Bei mittlerer Hitze ca. 30 Minuten backen.
Guss: 150 g Zucker mit 3 Esslöffeln Wasser unter Rühren kochen,
bis Flüssigkeit glasklar ist und sich auf der Oberfläche eine
Haut bildet. Sofort heiß mit einem Pinsel auf das noch warme Gebäck
auftragen.
Schupfnudeln auf Sauerkraut
500 g gekochte Kartoffeln, 500 g Mehl, 1 Ei, Muskat, Salz,
2 Zwiebeln, 100 g Fett, 500 g rohes Sauerkraut.
1 – 2 Tage alte, gekochte Kartoffeln durch die Kartoffelpresse drücken
und mit dem Mehl, dem Ei, etwas Muskat und einer Prise Salz zu einem festen
Teig kneten. Auf dem bemehlten Backbrett zu fingerlangen und fingerdicken
Würstchen formen, „schupfen“. In kochendes Wasser geben
und nach dem Aufschwimmen mit dem Schaumlöffel herausnehmen und auf
dem Backbrett zum Trocknen auslegen. Zwiebeln fein schneiden, in heißem
Fett hellgelb rösten, Sauerkraut hinzugeben und heiß dämpfen.
Dann die Schupfnudeln beimengen und alles unter öfterem Wenden hellbraun
anbacken.
Seelen
500 g Mehl, 125 g Butter, 2 Eigelb, 50 g Zucker, etwas Rosenwasser, 1
Löffel Bierhefe. Wird nur von 500 g Mehl ein Teig gemacht, so ist
bei guter Hefe ein Vorteig nicht notwendig, bei größerer Masse
jedoch zu empfehlen. Die Butter wird gut abgerührt, Ei, Zucker, Mehl
und Rosenwasser nach und nach dazu genommen, ebenso die mit lauer Milch
vermischte Hefe, so dass man zuletzt einen ziemlich festen Teig erhält,
welcher so fest geschlagen wird, bis er Blasen wirft. Man lässt ihn
nun warm gestellt und bedeckt gut aufgehen, formt dann längliche,
fingerbreite Brötchen davon, setzt sie auf ein bestrichenes Blech
und lässt sie nochmals aufgehen, macht dann zwei Längsschnitte
durch dieselben, bestreicht mit Ei, bestreut mit grobem Zucker und backt
die Brötchen goldbraun. Von dieser Masse können Halbmonde, Sterne
und dergleichen geformt werden.
Tellersülze
1 kg Schweinsknöchle, 500 g mageres Schweinefleisch,
1 Schweinszunge, 2 Kalbsfüße, Essig, Salz, Pfefferkörner,
1 Lorbeerblatt, 2 Nelken.
Alles zusammen wird in genügend Wasser, Essig und Salz nach Gutdünken
weichgekocht. Pfefferkörner, Lorbeerblatt und zwei Nelken dazugeben.
Wenn das Fleisch weich ist, wird es schön verteilt auf die Suppenteller
gegeben. Zur Verzierung kann man noch Scheiben von hartgekochten Eiern
dazulegen. Die Brühe lässt man inzwischen weiter- und einkochen,
dann erkalten. Fett abschöpfen, die Brühe wieder erwärmen,
durch ein Tuch seihen und über das Fleisch gießen, dann erkalten
lassen.
Waffeln
200 g Butter, 300 g Mehl, 8 Eier und 1/4 Liter süße Milch.
Die Butter wird leicht gerührt, dann abwechselnd Eigelb und Mehl
und zuletzt der Schnee von 8 Eiweiß daran gerührt. Nun macht
man das Waffeleisen heiß, bestreicht es mit Speck und schöpft
mit einem Löffel so viel von dem Teig hinein, als nötig ist,
das Eisen zu füllen. Man gebe jedoch acht, dass das Eisen nicht zu
voll wird, weil sonst beim Schließen der Teig überläuft.
Nun backt man die Waffeln schön gelb und bestreut sie sogleich mit
Zucker und Zimt.
Warmbier
3/4 Liter Braunbier werden aufgekocht, abgeschäumt und an 3 verrührte
Eidotter gegeben, ebenso 1/2 Liter Milch zum Kochen gebracht. Eier und
Bier schlägt man nun mit Zucker versüßt auf dem Feuer
ab, bis es steigen will und quirlt es dann rasch an die Milch.
Zwiebelkuchen
Zum Boden: 50 g Butter, 10 g Hefe, 1/8 Liter lauwarme Milch, 250 g Mehl,
1 Prise Salz, Butter und Weckmehl für die Form.
Zum Belag: 1 kg geschälte, in Würfel geschnittene Zwiebeln,
60 g Schweineschmalz, 2 Esslöffel Mehl,
1/4 Liter saurer Rahm, 3 Eier, Salz, Kümmel, 60 g würfelig geschnittener,
geräucherter, fetter Speck.
Boden: Die weiche Butter wird leicht gerührt, die Hefe in lauwarmer
Milch aufgelöst und mit dem gesiebten Mehl und Salz zur Butter gegeben.
Der Teig wird zusammengeschafft, ausgewellt und, ohne ihn gehen zu lassen,
auf einer mit Butter bestrichenen, mit Weckmehl bestreuten Kuchenform
ausgelegt.
Belag: Die Zwiebeln dämpft man im Fett halbweich. Das Mehl verrührt
man mit dem Sauerrahm, den Eiern, Salz und Kümmel, gibt die gedämpften
Zwiebeln dazu und streicht die Fülle auf den Kuchenboden, streut
die Speckwürfelchen darüber und bäckt den Kuchen bei 200
Grad etwa 1 Stunde.
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